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Korrekturmodus: So überleben Sie das Auf und Ab der Märkte

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Am Montag, den 5. Februar, fiel der Dow Jones Industrial Average um 1175 Punkte und verzeichnete damit seinen größten Tagesverlust. Das zweitgrößte Minus fuhr der Index im Jahr 2008 ein, als der Dow um 777 Punkte abstürzte. Der S&P 500 Index ging ebenfalls mit seinem schlechtesten Ergebnis seit 2011 aus dem Handel. Gleichzeitig schnellte der VIX (CBOE Volatility Index) von 18 auf 37 Punkte nach oben – der größte Anstieg in der Geschichte des Index. Diese Ereignisse führten zu Massenpanik und Ausverkäufen an den Börsen weltweit. Was genau ist also mit dem Aktienmarkt los?

Zunächst konnten wir auf jeden Fall feststellen, dass der Aktienmarkt nicht so stabil ist, wie wir dachten. Der Großteil der Kurse führender Standardwerte war von den Ausverkäufen schwer betroffen, was sich vor allem vor dem Hintergrund des ruhigen Jahres 2017 und des unspektakulären Jahresauftakts 2018 deutlich bemerkbar machte. In den ersten Januartagen haben die Aktienkurse stetig zugelegt, allen voran Netflix, Amazon und Energietitel. Trotz all der Vorteile, die ein stabiles Umfeld mit sich bringt, hat die Kontinuität einen großen Nachteil – man wird träge. Nach einem Jahr relativer Ruhe am Markt haben Anleger sich an das Fehlen unerwarteter Verluste gewöhnt.

Einer der Hauptgründe, warum es an den Aktienmärkten zu diesem Absturz kam, ist die bevorstehende Zinsanhebung in den USA und in Großbritannien. Die Folgen von Zinsentscheiden auf den Markt sind unmittelbar ersichtlich: Sie haben einen Welleneffekt auf die gesamte US-Wirtschaft und wirken sich unmittelbar auf den Aktienmarkt aus.

Ein weiterer Grund, der die aktuelle Situation herbeiführte, ist der US-Arbeitsmarktbericht, der ein schnelles Wachstum von bis zu 2,9 % aufwies.

War es ein Crash?

Auf diese Frage gibt es nur eine Antwort: nein. Die US-Volkswirtschaft befindet sich derzeit alles andere als in einer Rezession und die Weltmärkte notieren weiterhin wesentlich höher als vor zwei Monaten, obwohl sie binnen kurzem Zeit enorm an Wert verloren haben. Darüber hinaus wurde der massive Abverkauf faktisch von einer guten Nachricht ausgelöst – steigende Löhne und niedrige Arbeitslosigkeit in den USA.

Wenn Sie sich noch fragen, warum wir uns andauernd auf die US-Wirtschaft beziehen, ist die Antwort darauf ganz einfach: Viele Länder weltweit orientieren sich an den US-Zinsen und bis vor kurzem zählten sie darauf, dass die Leitzinsen weiter niedrig bleiben. Im Prinzip hat diese Entwicklung nun zur Folge, dass die Zentralbanken weltweit nun allmählich die Zinsen anheben müssen, ohne dass die Märkte in Panik verfallen. Derzeit konzentriert sich der Markt vor allem auf die Bank of England, die laut einer Umfrage von Reuters im Mai die Zinsen anheben könnte.

Handelt es sich dann also um eine Korrektur?

Investopedia definiert eine Korrektur als eine Umkehrbewegung (normalerweise mit einem negativen Vorzeichen) von mindestens 10 %, die Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder Indizes betreffen kann. Normalerweise treten Korrekturen als Reaktion auf überbewertete Kurse auf. Die jüngste Korrektur am Aktienmarkt erfolgte am 8. Februar 2018, als der DJIA und der S&P 500 im Vergleich zu den zuletzt erzielten Hochs im späten Januar 2018 um mehr als 10 % abstürzten. Korrekturen sind im Allgemeinen vorübergehende Kursrücksetzer, die einen Aufwärtstrend in einem Markt oder einem Finanzprodukt unterbrechen. Eine Korrektur ist von kürzerer Dauer als eine Baisse oder eine Rezession, kann aber ein Vorläufer für beide Phasen sein. Eine Korrektur und ein Crash unterscheiden sich grundlegend voneinander, da bei einer Korrektur der Rückgang in Prozent zum zuletzt gebildeten Hoch gemessen wird. Als Crash wird im Allgemeinen ein Kursrückgang von mindestens 10 % bezeichnet, ohne Bezug auf das zuletzt gebildete Hoch.

Wie geht‘s weiter?

Zunächst müssen wir uns ins Gedächtnis rufen, dass Korrekturen zu einem gesunden Markt und zu einer gesunden Volkswirtschaft dazugehören, daher gibt es keinen Grund, in Panik zu verfallen. Am besten betrachtet man eine Marktkorrektur als langfristige Kaufgelegenheit (für den Handel mit binären Optionen ist das jedoch irrelevant). Momentan scheint das Schlimmste überstanden. Die Aktien verbuchten den fünften Tag in Folge im Plus, wobei der S&P 500 nur 4,9 % unter seinem Allzeithoch notiert. Obwohl wir nicht behaupten können, dass am Markt nun wieder gemütliche Zeiten mit niedriger Volatilität einkehren werden, schaffen die erforderlichen Anpassungen ein stabileres und volatileres Umfeld.

Sincerely yours,
Ayrex Team.
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